International Cargo Center Shenzhen (ICCS)
Für jedes chinesische Problem eine chinesische Lösung
Gleich drei Jointventures betreiben Technik und
Cargo in Shenzhen
Rudolf Tewes und Frank Bräuer zwei Manager aus dem Lufthansa-Konzern, die in ihren Karrieren schon sehr unterschiedliche Aufgaben zu stemmen hatten. Der Aufbau der beiden Unternehmen Jade Cargo und International Cargo Center Shenzhen (ICCS) ist allerdings für beide eine besondere Erfahrung.
„In einem fremden Kulturkreis als Geschäftsführer ein Unternehmen nicht nur zu führen, sondern überhaupt erst aufzubauen, ist doch etwas völlig anderes, als in einer bestehenden Organisation eine Aufgabe zu erfüllen“, so Bräuer. Seine Handlingfirma ICCS beschäftigt rund 150 Mitarbeiter und wickelt die gesamte internationale Fracht am Flughafen Shenzhen ab. „Wir machen bereits heute Profit, obwohl das Geschäft mit Jade noch gar nicht begonnen hat“, sagt Bräuer.
Frank Bräuer
Er ist sichtlich stolz auf sein Abfertigungszentrum, das eine Kapazität von 150000 Tonnen jährlich hat. Wenn Jade Cargo in der zweiten Jahreshälfte dann als größter Kunde hinzukommt, ist sehr bald mit einem Ausbau seines Cargo-Terminals zu rechnen. „Ob man das Geschäft des Cargo Handlings beherrscht, beweist sich weniger bei der Abfertigung von Import- und Exportgütern, sondern bei der schnellen und fehlerfreien Umladung von Transitfracht. Hier liegt unsere besondere Stärke dank eines sehr engagierten und gut geschulten Teams.“ Trotzdem gibt es auch immer wieder unvorhergesehene Probleme: „Manchmal kommt man morgens ins Büro und hat ein typisch chinesisches Problem, zum Beispiel mit dem Zoll oder der übrigen Bürokratie. Das Schöne an China ist, dass man in der Regel am Abend auch eine typisch chinesische Lösung gefunden hat. „Gerade mit dem Zoll haben wir hier in der Vergangenheit sehr große Fortschritte gemacht, die nun unseren Kunden zu Gute kommen.“Für Rudolf Tewes stellt sich die Lage noch etwas anders dar. Er ist mit seinem Team von derzeit ebenfalls rund 150 Mitarbeitern noch dabei, seine Airline aufzubauen. Wenn im zweiten Halbjahr dann die ersten Maschinen zum Einsatz kommen, wird das Personal der Airline auf rund 250 Leute anwachsen. „Wir suchen noch qualifizierte Piloten für unsere Boeing 747-400“, so Tewes über seinen aktuellen Aufgabenschwerpunkt. Daneben implementiert er sämtliche Prozesse, die zum Betrieb einer Airline erforderlich sind. Die strengen Auflagen und Regelwerke im Luftverkehr bringen noch vor dem Erstflug umfangreiche Arbeiten mit sich. Wer ihn und seine Mannschaft aus engagierten jungen Chinesen und erfahrenen Lufthanseaten beobachtet, hat keinen Zweifel, dass Jade Cargo eine Erfolgsstory wird.
Dritter im Bunde der Jointventures ist die Lufthansa Technik Shenzhen. Deren Leiter Wolfgang Breckau arbeitet mit rund 100 Mitarbeitern seit 2004 am Aufbau des Unternehmens. Seit 2005 ist auch dieser Betrieb profitabel. Auf einer Werkstattfläche von über 6000 Quadratmetern ist er Spezialist für das Kleben und Reparieren von so genannten Airframe-Related-Components. Hierzu zählen zum Beispiel Triebwerksverkleidungen, Landeklappen oder Ruder. In einer Art Backofen, dem Autoklaven, werden diese Teile unter großer Hitze und Druck bearbeitet. Damit für die sperrigen Bauteile keine langen Transportzeiten und hohe Transportkosten anfallen, hat die Lufthansa Technik für solche Arbeiten diese Spezialwerkstatt in Shenzhen für ihre asiatische Kundschaft errichtet.
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