Flugbegleiter
Ein Stück Heimat an Bord
„Angenehmer Ozean“ bedeutet der Name Shuyang. Shuyang Chen ist eine von rund 200 chinesischen Flugbegleitern, die für Lufthansa zwischen Deutschland und China fliegen. Seit Februar 2001 verkörpert sie für ihre Landsleute auf Flügen von Frankfurt oder München nach Hongkong, Shanghai, Peking und Kanton als regionale Flugbegleiterin ein Stück Heimat an Bord der Lufthansa.
Chinesische Flugbegleiterin bei Lufthansa: Shuyang Chen.
Für die junge Chinesin ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen. Schon im Alter von acht Jahren wollte sie fliegen. Eine in China damals sehr beliebte japanische Fernsehserie mit dem Titel „Flugbegleiterin“ weckte in ihr die Begeisterung für den Traumberuf. Es sollte allerdings noch ein paar Jahre bis zur Verwirklichung ihrer Träume dauern.
Nach dem Abitur nahm die junge Frau aus Beijing zunächst ein Englischstudium auf. Um es zu finanzieren, arbeitete sie bei einer schwedischen Firma. Eine Geschäftsreise bescherte Shuyang die erste Flugerfahrung und führte sie erstmals nach Deutschland und Europa. Danach stand ihr Entschluss, ein Studium in Deutschland zu beginnen, fest. Sie bewarb sich an der Universität in Stuttgart für den Studiengang „Deutsch als Fremdsprache“ und sparte für ihren Flug nach Deutschland. Auf jeden Fall wollte sie mit Lufthansa fliegen. „Lufthansa hat in China wie andere deutsche Marken und Produkte ein sehr hohes Image und für mich war klar, dass ich mit Lufthansa fliege“, so Shuyang.
Anfang 2000 flog sie dann mit Lufthansa in die neue Heimat. Noch während sie in Stuttgart die ersten Deutschkurse belegte und auf den Beginn des Studiums wartete, stieß sie in einer lokalen chinesischen Zeitung auf ein Stellenangebot ihrer Lieblingsairline. Sie rief an, erhielt ein Ticket für die Anreise zum Vorstellungsgespräch nach Frankfurt und wurde als eine der ersten chinesischen Flugbegleiterinnen eingestellt und ausgebildet.
Stichwort „Regionale Flugbegleiter“
Die ersten chinesischen Flugbegleiter wurden im Jahr 2000 in Frankfurt ausgebildet. Die Bewerber sprechen neben Mandarin und Kantonesisch auch Englisch und Deutsch. Bereits seit 1961 gibt es bei Lufthansa so genannte regionale Flugbegleiter.
Gerade für ältere chinesische Fluggäste, die oft kein Englisch verstehen, sind die regionalen Flugbegleiter die einzigen Ansprechpartner. Shuyang und ihre einheimischen Kollegen kennen ihre Sprache, Mentalität und Gewohnheiten. Zum Beispiel unterscheidet sich das Höflichkeitsverständnis der Asiaten von dem der Europäer. „Danke“ und „Bitte“ benutzt man in China nicht so häufig wie in Deutschland. Chinesen denken, dass es distanziert und oberflächlich klingt. Außerdem ist Zurückhaltung in der chinesischen Kultur das oberste Gebot. Die Kommunikation verläuft im Allgemeinen indirekter und leiser als unter Europäern. Shuyang und ihre einheimischen Kollegen wissen damit umzugehen. Und das wiederum wissen die Fluggäste aus China besonders zu schätzen.
Auch wenn sie inzwischen an der Renmin-Universität Beijing ein Fernstudium in Betriebswirtschaftslehre begonnen hat, kann sich die Chinesin ein Leben ohne Lufthansa heute nicht mehr vorstellen. Sie ist glücklich, weil ihr dadurch die Welt eröffnet ist und sie zugleich regelmäßig bei Ihrer Familie in Beijing sein kann.
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