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Vor dem Start der Ostasien-Expedition am 4. Juli 1926 in Berlin-Tempelhof.
Die Besatzung des ersten Flugzeuges: Expeditionsleiter Dr. Knaus, Flugzeugführer Schnäbele und Bordmonteur Steidel.
Piloten

Von Berlin nach Peking

Eine Luftverkehrsverbindung nach Fernost zu etablieren, gehörte von Anfang an zu den strategischen Zielen der Lufthansa. Bereits im Gründungsjahr 1926 wurde mit zwei Junkers G 4 der Luftweg von Berlin nach Peking erkundet. Sorgfältige Vorbereitungen gingen dem Pionierflug voraus. Die Zwischenstopps für die rund 10.000 Kilometer lange Strecke wurden festgelegt und drei technische Teams mit Reservemotoren, Ersatzteilen und Werkzeug nach Sibirien und China geschickt.


Ostasien-Expedition 1926:
Empfang in Peking
Besonders zeitraubend war dabei die Versorgung der z.T. sehr entlegenen Flugplätze mit Benzin und Öl. Am 4. Juli 1926 schließlich starteten die Lufthansa Flugzeuge D 901 und D 903 in Berlin-Tempelhof. Über Königsberg und Smolensk wurde zunächst Moskau angeflogen. Am 25. Juli brach man in Moskau zum Weiterflug nach Kasan auf, dem Regierungssitz der Tataren-Republik. Die nächste Etappe führte nach Krasnonfimsk, dann ging es über den Ural bis nach Kurgan und von dort nach Omsk, Barabinsk und Nowosibirsk. Der Flug wurde fortgesetzt nach Krasnojarsk und Irkutsk am Baikalsee. Dort konnte die Besatzung einige Ruhetage einlegen, bis es am 13. August weiterging nach Tschita, Mandschuria, Charbin und Mukden – und die Expedition schließlich am 30. August Peking erreichte.

Bei dieser bahnbrechenden Leistung der Lufthansa ging es nicht – wie bei anderen fliegerischen Unternehmungen der Zeit – um die Verbesserung von Streckenrekorden. Vielmehr ging es um einen nach verkehrstechnischen Gesichtspunkten geplanten Zuverlässigkeitsflug, der Erfahrungen für einen künftigen transsibirischen Luftverkehr erbringen und so die infrastrukturellen Grundlagen für neue Wirtschaftsverbindungen nach Fernost legen sollte.

Der Erfolg in Zahlen:

An reiner Flugzeit wurde die Strecke Berlin – Peking in 72 Stunden bewältigt. Für die gleiche Strecke benötigte die Eisenbahn zu dieser Zeit 15 Tage und ein Dampfer 42 Tage. Die Aufnahme einer regelmäßigen Flugverbindung aber musste im Jahr 1926 noch zurückgestellt werden: In China stand der Bürgerkrieg auf dem Höhepunkt, und auch der Krieg in der Mandschurei machte einen Überflug unmöglich.

Wie Wolfgang von Gronau, einer der großen Lufthansa-Flugpioniere sagte: „Ich will keine sportlichen Leistungen vollbringen, sondern eine Route erkunden für den regelmäßigen Luftverkehr der Zukunft.“ Der Flug stand somit unter dem Vorzeichen einer weit reichenden, in die Zukunft gewandten Verkehrsplanung. Denn eine Luftverkehrsverbindung zwischen Europa und Asien hätte handelspolitisch große Bedeutung gehabt. Und die Lufthansa konnte beweisen, dass bei entsprechendem Ausbau der Bodenorganisation ein regelmäßiger Flugbetrieb möglich war.
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